Auf dem Highway ist die Hölle los

Mein Bild von Kalifornien bestand eigentlich nur aus Sonne, Strand, blonden Surfertypen und schnurrbärtigen Latinos in aufgemotzten Lowrider-Karren. In den 3 Tagen, in denen wir jetzt Richtung Norden die Küste hochfahren wurde ich eindeutig eines Besseren belehrt.

Unsere erste Etappe führte uns von Santa Barbara nach San Luis Obismo wo wir die Nacht in einem wunderschönen Motel namens „Apple Farm“ verbracht haben. Die Anlage hatte sehr viel Scharm. Mit Blümchentapeten, eigenem Gaskamin auf den Zimmern und einer kleinen Wassermühle im Garten, erinnerte es an einen netten Country Club. Oder für diejenigen, die die King of Queens Folge gesehen haben als Doug und Carry im Apfelwunderland waren – genau so sah es hier aus. Interessanterweise war dieses Motel in keinem unserer Reiseführer oder Hotel Apps aufgeführt. Wir sind zufällig darauf gestoßen als wir die Straßen nach einer geeigneten Unterkunft abgesucht haben. Kurz vor, eigentlich sogar direkt am Freeway wollten wir gerade wenden, als uns die blumengesäumten Veranden aufgefallen sind.

Auf dem Weg dahin sind wir diesmal voll auf die Tipps unseres Reiseführers eingegangen. Dieser schickte uns auf dem Weg nach Obismo zu einer historischen spanischen Mission mitten in der Pampa. Für 6 Dollar Eintritt pro Auto konnte man sich hier in authentisch restaurierten Häusern das Leben der Missionare aus längst vergangenen Tagen anschauen.

Ein paar Meilen vorher kamen wir durch Solvang, einer ehemals dänischen Enklave in Süd-Kalifornien. Diese Stadt war schön, aber irgendwie auch seltsam. Kurz vor der amerikanischen Westküste, hatte man das Gefühl irgendwo in Europa zu sein. Es gab Windmühlen, kleine Shops mit zum Teil deutsch klingenden Namen und natürlich auch Horden von asiatischen Touristen.

Die zweite Tages-Etappe führte uns über den eigentlichen Teil des Highway No 1. Ab Morro Bay, mit seinem eher unspektakulären Morro Rock, fährt man eigentlich ausnahmslos an der spektakulären, kurvige Strecke direkt an der Küste. Alle paar Kurven findet man Haltebuchten an denen man aussteigt und die dramatische Landschaft genießt. Bevor wir aufgebrochen sind, gab es immer wieder den Tipp, diese Strecke in Richtung Süden zu fahren, weil man so die Haltebuchten, die immer auf der Wasserseite liegen, leichter anfahren kann ohne den Verkehr zu kreuzen. Wir hatten damit keine Probleme, der Verkehr ließ es jeder Zeit zu, den Blinker zu setzen um rüberzuziehen. Naja bis auf einmal ;), an einer kurvenreichen Stelle bin ich ein wenig zu schnell am „turnover“ angekommen, so dass die Reifen unseres Kia Sorentos einen kurzen Moment brauchten um auf dem Schotter Grip zu finden;) wir sind dann aber rechtzeitig vor dem Abgrund zum stehen gekommen.

Naja wichtig ist, dass es sich jedesmal gelohnt hat. Die Landschaft an jeder Kurve atemberaubend, wir haben Kolibris, Seeelefanten und kleine Nager sehen können, sogar Wale in freier Wildbahn haben ein paar hundert Meter vor der Küste ihre Blasfontänen über die Wasseroberfläche geblasen.

Der Küstenabschnitt der sich „Julia Pfeiffer Burns State Park“ nennt war schon fast kitschig, man kann gar nicht glauben, dass dieser Ort von der Natur gemacht ist. Die Bucht allein ist, glaube ich, schon einer der schönsten Orte dieser Erde und zu allem Überfluss fällt noch der höchste Wasserfall Kaliforniens 24m tief in die Szenerie.

Wahnsinn!

Ach übrigens wer hat eigentlich gesagt, dass man hier so günstig essen kann? Wir haben das Gefühl uns für alles dumm und dämlich zu zahlen. Selbst für einen Hotdog, den man beim heimischen Ikea für einen Euro kaufen kann, zahlt man hier für diese olle Knackwurst  im Brötchen 4,50 Dollar.


  
  
  
  
  
  
  

(4) Kommentare

  1. Beeindruckende Bilder Erholung für die Seele wunderschön! Schade das das essen so teuer ist . Weiterhin viel Spaß und kommt bitte nicht vom weg ab hel

  2. Hallo ihr 2! Echt tolle Stories und Bilder! Habe das Gefühl ein wenig teilzunehmen an eurer Reise (aber keine Angst Pascal, ich bin weit genug weg 😉 Haha)! Freue mich auf weitere stories und tolle Bild! Lasst es euch gut gehen! Viele Grüße aus Nordspanien

  3. Hallo ihr Lieben! Mein Top-Foto aus dieser Episode ist das Möwenfoto. Freiheit, Dynamik und Natur.Viel Spaß weiterhin.. Küsschen.. Jenny

  4. Traumhafte Küste – Japan liegt näher als Deutschland!
    Tolle Bilder immer wieder!

Kommentare sind geschlossen.