Auf der Zielgeraden – Route 66

Ab Jetzt geht es endgültig in Richtung Los Angeles und somit auch in Richtung Heimat. So langsam freuen wir uns, bald wieder zuhause zu sein. Das Reisen macht sehr viel Spaß, aber wir merken dass man nur begrenzt viele Eindrücke verarbeiten kann. Auf unserem Weg nach Hause war die erste Station die berüchtigte Route 66. Ursprünglich führte die sogenannte „Motherroad“ von Chicago durch das ganze Land bis zum Santa Monica-Peer in Los Angeles. In den frühen 80er Jahren wurde sie dann letztendlich ganz offiziell durch das Interstate Netz abgeschafft. Heute existieren nur noch einige Teilstrecken, die teilweise fast gar nicht mehr befahrbar sind, weil die Zeit ihr Spuren in dem brüchigen Asphalt hinterlassen hat. 

Einer der wohl beliebtesten, gut erhalten Strecken findet man südlich des Grand Canyons zwischen Flagstaff und Kingman. Unsere Weg führte uns ab Seligmann ca. 70 Meilen über die Route 66. In Kingman haben wir einfach das Motel mit der besten Bewertung vorgebucht, da wir am nächsten Tag früh weiter wollten und es uns nicht ganz so wichtig war wo wir unterkommen. Wir brauchten nur einen Pool und ein Frühstück.

Ich war ehrlich gesagt ein wenig enttäuscht was die berühmte Route 66 angeht. Ich freute mich auf viel Kitsch und verrückte Kunst am Wegesrand. Vielleicht haben wir uns doch die falsche Strecke ausgesucht oder die Erwartungen waren zu hoch, aber gesehen haben wir kaum etwas. In Seligmann gab es ein paar Shops vor denen bunte Neonschilder und Schaufensterpuppen im Elviskostüm das kitschige Image repräsentierten. Angehalten haben wir aber nicht, da unsere Strecke hier erst begann und wir davon ausgegangen sind, noch ganz viel andere Orte wie diesem zu sehen. Stattdessen war der Rest relativ ernüchternd, es gab auf der ganzen Strecke vielleicht drei oder vier Stellen die überhaupt darauf hingewiesen haben, dass wir uns auf der historischen Straße befinden. Im Hackbarry General Store gab es dann die volle Drönung Autofahrerromantik. Es gab eine alte Tankstelle im 50er Jahre-Stil einen Autofriedhof, einige gut erhaltene amerikanische Oldtimer und einen ganzen Bus voller asiatische Touristen die durch den gut sortierten Souvenir-Shop hetzten. Der Rest war einfach eine endlose, alte, zweispurige Straße, von denen es viele hier gibt. 

Angekommen in Kingman, waren wir dann die einzigen Besucher im Route 66 Museum was irgendwie wenig spannend war. Unseren Pool konnten wir auch nicht nutzen, weil es den ganzen Nachmittag über gewittert hat und wer die super Bewertungen für das Motel hinterlassen hat war uns auch schleierhaft. 

Trotz des eher nicht so erfolgreichen Tages ließen wir uns nicht runterziehen. In knapp 40 Tagen darf auch mal ein schlechter dabei sein. Statt in der nicht vorhandenen Sonne am Pool zu liegen hatten wir einfach ein verspätetes und obendrein noch günstiges Mittagessen im Cracker Barrels, einer Dinerkette im Countrystyle, und anschießend einen Abend vor dem Fernseher. Auch mal ganz schön 

   
    
    
   

(1) Kommentar

  1. Wie kann man an einem „nicht so erfolgreichen Tag“ so grandiose Fotos schießen :-))

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