Hello, turn the Radio on – zwei Tage in Prescott

Radio hören auf so einem Roadtrip ist schwieriger als man denkt. Meistens ist man in irgendeinem Funkloch oder man muss alle zwanzig Minuten den Sender wechseln, weil dieser nicht die entsprechende Reichweite hat. Wenn man dann einen Sender gefunden hat, wird unheimlich viel gequatscht und das kann sehr anstrengend werden. Das einzige was gefühlt uneingeschränkt funktioniert, sind die vielen Kirchen-Sender, auf denen irgendein Guru, mal weniger, mal mehr energisch auf uns einredet, dass Jesus uns liebt. Wir können zum Glück unsere Smartphones per Bluetooth mit dem Radio koppeln, so dass wir die meiste Zeit Musik aus der Konserve hören.
Während unserer zwei Tage am Grand Canyon sind wir mal wieder auf’s Radio umgestiegen. Im Traveller Channel lief neben Musik und einigen Parkinfos immer wieder ein Spot der Touristenverwaltung in Prescott „Come to Prescott, it is beautyful.“
Eigentlich lag die Kleinstadt nicht auf unserer Route, da wir aber noch zwei Tage Zeit hatten, bevor wir uns auf den Rückweg Richtung Los Angeles machen mussten, folgten wir dem Ruf aus dem Radio. Unser Reiseführer beschrieb die Stadt als einen Ort in dem Rentner, Familien und Künstler leben, die den Flair der guten alten Zeit pflegen. Da wir genug von Nationalparks hatten und uns noch gemütliche Tage machen wollten, bevor es wieder in die große Stadt geht, erschien uns dieser Ort als genau das, wonach wir gesucht haben.

Prescott entpuppte sich als eine große Überraschung, es war herrlich. Anders als die vielen anderen kleinen Orte auf unserem Weg, die eigentlich nur aus einer Straße und ein paar Motels bestehen, gab es hier ein kleines Courthouse mit einem kleinen Park davor, viele kleine Restaurants, urige Saloons und kleine Antiquitätengeschäfte zum Stöbern. Die Kleinstadt wirkte wie Hillvalley aus „Zurück in Zukunft“, es fehlte nur noch, dass Marty McFly und Doc Brown mit ihrem DeLorean um die Ecke gefahren kommen. Abends gab es auf dem Vorplatz des Courthouse Rentnertanz mit Liveband und Openairkino für die ganze Familie.
Für unsere Übernachtungen suchten wir uns die Motorlodge unweit des Ortskerns aus. Das Motel mit 12 kleinen Bungalows gibt es schon seit den 40er Jahren, wurde aber vor etwa 7 Jahren komplett renoviert. Die Zimmer wirkten eher wie ein cooles Vintage Design Hotel als ein anonymes Motel. Auch das Personal war hier ganz anders als anderswo. Wir wurden supernett empfangen, hielten einen kleinen Plausch mit der Putzfrau, deren Schwester auch mal in Deutschland war. Mit Brian, dem Besitzer, quatschten wir einen ganzen Abend lang bei Bier und Zigaretten auf unser kleinen Veranda über die Unterschiede zwischen Deutschland und den USA. Außerdem hatten wir unser eigenes Tandem, mit dem wir durch die gemütliche Altstadt radeln konnten.


  
  
  
  
  

(4) Kommentare

  1. Lieber Pascal, liebe Pia,
    mit großem Interesse haben wir eure interessanten und informativen Reiseberichte und Bilder in den vergangenen sechs Wochen verfolgt. Sie haben uns sehr beeindruckt.
    Die Größe und Weite des Landes mit den wunderbaren Moment Aufnahmen von Landschaften aber auch das Flair der kleinen wie auch der großen Städte haben bei uns einen tiefen Eindruck hinterlassen und uns dieses weite Land ein wenig näher gebracht.
    Vielen Dank für die vielen Informationen und die Zeit die ihr dafür auf eurer Reise durch die USA investiert habt, so dass diese Reisedokumentation euch und uns in schöner Erinnerung bleiben werden.
    Wir wünschen euch jetzt noch weitere entspannte und schöne Tage und eine gute Rückreise.
    Wir haben euch sehr vermisst und freuen uns schon auf Donnerstag.
    Ma und Pa

  2. So witzig sieht diese Tanzveranstaltung aus. Die meisten Leute schauen zu und die Stuhlreihen sind wie bei einer Sportveranstaltung aufgebaut. Tanzen ist ja Sport, habt ihr auch das Bein geschwungen?
    Toll, dass ihr euch in diesem Örtchen so wohl gefühlt habt.

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