Washington von AM to PM

So Washington DC haben wir nun auch geschafft, ich schreibe hier ganz bewusst geschafft, weil wir mit der Hauptstadt kein Glück hatten und es eher anstrengend als erholsam war.

Schon vor unserer Abreise in Philadelphia in die unsere letzte Stadt im Osten, gab es auf den einschlägigen News-Channels Meldungen von angeblichen Terrorwarnungen zu den 4. Juli Feierlichkeiten. Uns war schon vorher klar, dass dies ein heikles Datum für einen Trip in die Hauptstadt sein könnte, aber nachdem die Fernsehsender dann auch noch berichteten dass diverse Events vermutlich gecancelt werden, hatte das schon einen bitterern Beigeschmack. Zum Glück ist in diese Richtung nichts passiert.

Am Megabus Bussteig angekommen gab es den zweiten kleinen Schock, wir haben unwissentlich anstatt 9.00 Uhr morgens, den Bus um 9.00 Uhr abends gebucht. Das mit PM und AM ist ja auch nicht so einfach. Nachdem alle korrekt gebuchten Passagiere im Bus saßen gab es aber dann noch genug Platz, so dass wir doch mittags unser Ziel erreichen konnten. puh!

Vom Bahnhof in DC haben wir uns mit dem Taxi zu unserer, über airbnb gebuchten Unterkunft bringen lassen. Erst sah alles sehr schick aus, dann wandelte sich das Bild in „noch Ok“ bis hin zu „hier will ich auf gar keinen Fall nachts unterwegs sein“. Schon tagsüber war dieses Gegend nicht der Hit, so dass zumindest ich schon in sehr schlechter Stimmung ankam. Die Wohnung allerdings war echt super. Sie war halt nur im falschen Stadtteil. Wir haben dann weitestgehend das Taxi oder wie die Amis sagen das Cab genutzt. Ein „Cab“ telefonisch in den USA zu bestellen ist im Übrigen gar nicht so einfach. Wenn man denn eine Telefonnummer hat, muss man sich durch einen ellenlangen Fragenkatalog durchantworten, und das Ganze dann in einem DC Slang den man kaum versteht.

Ok hilft ja nichts – auf zu Sightseeing. Die Mall mit seinen Monumenten ist schon gigantisch. An den Orten zu stehen, die man schon so oft in Filmen gesehen hat und an denen Weltgeschichte geschrieben wurde, hat mich tief beeindruckt. Am meisten hat mich das Lincoln Memorial berührt. Wie der gute Mann dort hoch oben auf seinem Thron sitzt und über die das Gelände schaut, ist (Achtung wieder so ein amerikanisches Wort) breathtaking!

Ach ja fast hätte ich es vergessen, wegen der Feierlichkeiten die am nächsten Tag stattfinden sollten und wegen der fetten Baustelle könnte man eingentlich nur zwei drittel der Mall besichtigen. Die große Wiese war zum größten Teil von Baggern aufgerissen, die Kuppel des Capitol war eingerüstet und der Reflectionpool war so weiträumig abgeschirmt so das man zum Memorial einen riesen Umweg laufen musste.

Um das Ganze dann rund zu machen war der komplette 4. Juli verregnet, es goß teilweise wie aus Eimern. Wir haben dann den Tag mit lange schlafen und Museumsbesuchen verbracht. Wegen der Wetterlage und der anhaltenden Erschöpfung, wollten wir das große Feuerwerk von unserer Dachterrasse bei Wein und endlich mal etwas Selbstgekochten bestaunen. Unser „Gastvater“ Syga hat uns das noch wärmstens empfohlen. Ich sag mal, gekocht haben wir, Wein getrunken auch. Was Syga allerdings bei seiner Empfehlung nicht bedacht hat, war dass der Baum der ein paar Straßen weiter steht, wohl seit dem letzten Jahr etwas gewachsen ist und wir somit nur den erhellten Himmel erahnen konnten.

Seit heute haben wir die Westküste erreicht und werden erstmal die großen Städte meiden. Eine Woche, drei Großstädte ist einfach sehr viel Input. Wir haben jetzt unser Auto und machen hier erstmal „easygoing“ durch die kleineren Küstenorte. Davon dann in den nächsten Tagen mehr.


  

  
  
  
  

(2) Kommentare

  1. Pingback: Streets of Philadelphia | Follow the Sun

  2. Solche Tage sind sicher immer mal dabei und Großstädte anstrengend 😉

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